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Das ehemalige Gebäude des Milchzentrum Verbandes

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Laisvės Allee 55 / S. Daukanto Str. 18, Kaunas
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Beim Durchblättern des Archivs eines der begehrtesten litauischen Architekten der Zwischenkriegszeit und auch des Ganzen 20. Jh. – Vytautas Landsbergis-Žemkalnis, kann man den ganzen Entstehungsprozess des im Herzen der Laisvės Allee gebauten Palastes des Milchzentrum Verbandes nachvollziehen. Es wurde lange nach der heute schon zu symbolisch gewordenen Ecklösung des rundlichen Gebäudes gesucht. Die Suche war sehr erfolgreich. Der Plast, an dessen Projekt auch ein anderer fleißiger Architekt der Zwischenkriegszeit, Karolis Reisonas, beteilig war, wurde im Jahr 1937 in der Weltfachausstellung Kunst und Technik im modernen Leben in Paris (fr. Exposition Internationale des Arts et des Techniques) mit einer Bronze Medaille und einem Ehrendiplom ausgezeichnet.

Der Palast wurde fast in einem Jahr gebaut (endgültig fertiggestellt wurde es im Jahr 1934), so ein Tempo war ziemlich normal für eine schnell wachsende Stadt. Auf einem kleinen Grundstück gebautes multifunktionales Gebäude aus Stahlbeton Konstruktion, bot eine breite Palette von Möglichkeiten für den Innenausbau. Das Erdgeschoss des ausdrucksstarken Palastes (unter welchem sich geräumige Kellerräume – Kühlräume befanden) diente kommerziellen Zwecken, hier gab es eine Milchbar, ein Geschäft, eine Snackbar, und einen besonders modischen Frisörsalon. Der Frisörsalon gehörte Juozas Muralis und wurde von den Ehefrauen der wichtigsten Staatsmänner gerne besucht.

In der ersten und der zweiten Etagen war die Verbandsverwaltung der Milchverarbeitungsunternehmen, die viel zu tun hatte. Zum Bespiel allein der Butter und Eier Export hat im Jahr 1939 sogar 25 Prozent des gesamten litauischen Exportes ausgemacht. In diesem Jahr gehörten dem Verband 176 Molkereien, im Land gab es 2 159 Sammelstellen, wo 106 905 Landwirte 499 297 Tonnen Mich zugestellt haben.

In den oberen Stockwerken des Gebäudes, von denen sich beeindruckende Ausblicke eröffnet haben, wurde Wohnungen eingerichtet. Das Wohnen in diesen Wohnungen, wie auch ein Besuch in dem Muralis Frisörsalon war nicht für jedermann.

Im Jahr 1964 wurde das Milchzentrum Gebäude dem Polytechnikum Kaunas (heute Technische Universität Kaunas) zugesprochen, seine Planungsstruktur wurde verändert. Im Jahr 2014 sind die Studenten und Dozenten aus dem Palast ausgezogen. Manchmal werden noch die Türen des Palastes für unterschiedliche Veranstaltungen geöffnet. Im Jahr 2015 wurden mit Beschluss der EU-Kommission 44 Objekte modernistischer Architektur der Zwischenkriegszeit in Kaunas mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet, unter ihnen auch das ehemalige Hauptgebäude des Milchzentrums und der nächste Nachbar des Palastes, das Gebäude des Unternehmens Pažanga, dessen Autor und Architekt Feliksas Vizbaras war.

Das ehemalige Gebäude des Milchzentrum Verbandes

Laisvės Allee 55 / S. Daukanto Str. 18, Kaunas

Beim Durchblättern des Archivs eines der begehrtesten litauischen Architekten der Zwischenkriegszeit und auch des Ganzen 20. Jh. – Vytautas Landsbergis-Žemkalnis, kann man den ganzen Entstehungsprozess des im Herzen der Laisvės Allee gebauten Palastes des Milchzentrum Verbandes nachvollziehen. Es wurde lange nach der heute schon zu symbolisch gewordenen Ecklösung des rundlichen Gebäudes gesucht. Die Suche war sehr erfolgreich. Der Plast, an dessen Projekt auch ein anderer fleißiger Architekt der Zwischenkriegszeit, Karolis Reisonas, beteilig war, wurde im Jahr 1937 in der Weltfachausstellung Kunst und Technik im modernen Leben in Paris (fr. Exposition Internationale des Arts et des Techniques) mit einer Bronze Medaille und einem Ehrendiplom ausgezeichnet.

Der Palast wurde fast in einem Jahr gebaut (endgültig fertiggestellt wurde es im Jahr 1934), so ein Tempo war ziemlich normal für eine schnell wachsende Stadt. Auf einem kleinen Grundstück gebautes multifunktionales Gebäude aus Stahlbeton Konstruktion, bot eine breite Palette von Möglichkeiten für den Innenausbau. Das Erdgeschoss des ausdrucksstarken Palastes (unter welchem sich geräumige Kellerräume – Kühlräume befanden) diente kommerziellen Zwecken, hier gab es eine Milchbar, ein Geschäft, eine Snackbar, und einen besonders modischen Frisörsalon. Der Frisörsalon gehörte Juozas Muralis und wurde von den Ehefrauen der wichtigsten Staatsmänner gerne besucht.

In der ersten und der zweiten Etagen war die Verbandsverwaltung der Milchverarbeitungsunternehmen, die viel zu tun hatte. Zum Bespiel allein der Butter und Eier Export hat im Jahr 1939 sogar 25 Prozent des gesamten litauischen Exportes ausgemacht. In diesem Jahr gehörten dem Verband 176 Molkereien, im Land gab es 2 159 Sammelstellen, wo 106 905 Landwirte 499 297 Tonnen Mich zugestellt haben.

In den oberen Stockwerken des Gebäudes, von denen sich beeindruckende Ausblicke eröffnet haben, wurde Wohnungen eingerichtet. Das Wohnen in diesen Wohnungen, wie auch ein Besuch in dem Muralis Frisörsalon war nicht für jedermann.

Im Jahr 1964 wurde das Milchzentrum Gebäude dem Polytechnikum Kaunas (heute Technische Universität Kaunas) zugesprochen, seine Planungsstruktur wurde verändert. Im Jahr 2014 sind die Studenten und Dozenten aus dem Palast ausgezogen. Manchmal werden noch die Türen des Palastes für unterschiedliche Veranstaltungen geöffnet. Im Jahr 2015 wurden mit Beschluss der EU-Kommission 44 Objekte modernistischer Architektur der Zwischenkriegszeit in Kaunas mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet, unter ihnen auch das ehemalige Hauptgebäude des Milchzentrums und der nächste Nachbar des Palastes, das Gebäude des Unternehmens Pažanga, dessen Autor und Architekt Feliksas Vizbaras war.

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