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Das Kinotheater Romuva

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Laisvės Allee 54, Kaunas
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Und noch eine Legende ist zerplatzt… Und die Legende ging so: in der Laisvės Allee wird bald ein Kino eröffnet und gleichzeitig auch das modernste Kaffee der Stadt Kaunas. Wie es aussieht, Kino gibt es, aber das Kaffee nicht… – so ironisch beginnt der am 8. April 1940 in Lietuvos aidas publizierte Artikel über das Kinotheater Romuva. Weiter im Artikel spart man nicht mit Komplimenten für die Bauherren des Kinotheaters Antanas und Petras Steikūnai, die mit Bequemlichkeiten der Zuschauer und Annehmlichkeiten fürs Auge nicht gespart haben. Jetzt aber über alles von vorne an.

Die Laisvės Allee hätte in der Zwischenkriegszeit auch als Kino Boulevard genannt werden können, hier gab es zwölf Kinotheater. Wahr ist, dass diese Kultur in die Anfänge des 20. Jh. reicht. Romuva ist das letzte im unabhängigen Litauen gebaute Kino. Auch den Bau diesen Kinos hatte der Krieg beeinfluss, die Eigentümer des Projektes Antanas und Petras Steikūnai mussten den Beginn der Bauarbeiten verschieben, da sie an Militärübungen teilnehmen mussten.

Das geräumigste und originellste, so wie in Paris, so sprach man über die Modernität des, von Architekten Nikolajus Mačiulskis geplanten, Kinos mit 687 Sitzplätzen. Mit der Modernität meinte man hier das Belüftungssystem des Saals. Die akustischen Lösungen spiegelten sich in der ovalen Form des Saals, es wurden spezielle Polsterungen verwendet. Das Gewölbe wurde von dem Pionier der Stahlbetonkonstruktionen in Litauen, Ingenieur Pranas Markūnas entworfen. Runde Formen fehlen auch in den anderen Räumen des Kinos nicht. Fachleute weisen diese Lösungen der zu der Zeit aus den USA kommenden Stromlinien Moderne zu, die auch als die spätere Art Déco Etappe genannt wird. Das Gebäude wurde etwas tiefer auf das Grundstück zurückgezogen, so entstand ein gemütlicher öffentlicher Raum, eine Art von Warteraum aber unter freiem Himmel.

Bald wurde die im Art Déco Stil gestaltete Romuva Fassade, besonders das gläserne Türmchen, welches leider wegen des angefangenen Krieges nicht mehr beleuchtet werden konnte, zu einem Kult. Das moderne Schlösschen, wo viele Städter das Kino lieben gelernt haben, ist das älteste Kinotheater in Litauen. Interessant ist, dass auch in den Jahren der sowjetischen Okkupation, das Kino mit dem baltischen Name Romuva genannt wurde, trotz der Kontrolle des nationalen Verwaltungsrates der Kinofikation.

Im Jahr 2015 wurden mit Beschluss der EU-Kommission 44 Objekte modernistischer Architektur der Zwischenkriegszeit in Kaunas mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet, unter ihnen auch das Kinotheater Romuva.

Das Kinotheater Romuva

Laisvės Allee 54, Kaunas

Und noch eine Legende ist zerplatzt… Und die Legende ging so: in der Laisvės Allee wird bald ein Kino eröffnet und gleichzeitig auch das modernste Kaffee der Stadt Kaunas. Wie es aussieht, Kino gibt es, aber das Kaffee nicht… – so ironisch beginnt der am 8. April 1940 in Lietuvos aidas publizierte Artikel über das Kinotheater Romuva. Weiter im Artikel spart man nicht mit Komplimenten für die Bauherren des Kinotheaters Antanas und Petras Steikūnai, die mit Bequemlichkeiten der Zuschauer und Annehmlichkeiten fürs Auge nicht gespart haben. Jetzt aber über alles von vorne an.

Die Laisvės Allee hätte in der Zwischenkriegszeit auch als Kino Boulevard genannt werden können, hier gab es zwölf Kinotheater. Wahr ist, dass diese Kultur in die Anfänge des 20. Jh. reicht. Romuva ist das letzte im unabhängigen Litauen gebaute Kino. Auch den Bau diesen Kinos hatte der Krieg beeinfluss, die Eigentümer des Projektes Antanas und Petras Steikūnai mussten den Beginn der Bauarbeiten verschieben, da sie an Militärübungen teilnehmen mussten.

Das geräumigste und originellste, so wie in Paris, so sprach man über die Modernität des, von Architekten Nikolajus Mačiulskis geplanten, Kinos mit 687 Sitzplätzen. Mit der Modernität meinte man hier das Belüftungssystem des Saals. Die akustischen Lösungen spiegelten sich in der ovalen Form des Saals, es wurden spezielle Polsterungen verwendet. Das Gewölbe wurde von dem Pionier der Stahlbetonkonstruktionen in Litauen, Ingenieur Pranas Markūnas entworfen. Runde Formen fehlen auch in den anderen Räumen des Kinos nicht. Fachleute weisen diese Lösungen der zu der Zeit aus den USA kommenden Stromlinien Moderne zu, die auch als die spätere Art Déco Etappe genannt wird. Das Gebäude wurde etwas tiefer auf das Grundstück zurückgezogen, so entstand ein gemütlicher öffentlicher Raum, eine Art von Warteraum aber unter freiem Himmel.

Bald wurde die im Art Déco Stil gestaltete Romuva Fassade, besonders das gläserne Türmchen, welches leider wegen des angefangenen Krieges nicht mehr beleuchtet werden konnte, zu einem Kult. Das moderne Schlösschen, wo viele Städter das Kino lieben gelernt haben, ist das älteste Kinotheater in Litauen. Interessant ist, dass auch in den Jahren der sowjetischen Okkupation, das Kino mit dem baltischen Name Romuva genannt wurde, trotz der Kontrolle des nationalen Verwaltungsrates der Kinofikation.

Im Jahr 2015 wurden mit Beschluss der EU-Kommission 44 Objekte modernistischer Architektur der Zwischenkriegszeit in Kaunas mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet, unter ihnen auch das Kinotheater Romuva.

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