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Hauptpost

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Laisvės Allee 102, Kaunas
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Beim Blättern der Kaunasser Presse aus dem 4. Jahrzehnten des 20. Jhs. wird es deutlich, dass der Bau des neuen Postpalastes eine in der Gesellschaft heiß diskutierte Angelegenheit war. Für den Geburtstag eines der bedeutendsten Kaunasser Repräsentationsgebäudes der Zwischenkriegszeit dürfte der 2. Januar 1932 gehalten werden. An diesem Tag wurde es hier mit der Durchführung aller Postoperationen begonnen. Der Umzug der Mitarbeiter und der Einrichtung aus der K. Donelaičio Straße fand schon in den letzten Tagen des Jahres 1931 statt. Die Vorgeschichte des Gebäudes reicht bis in das Jahr 1924 zurück, als es angefangen wurde, über den Bedarf eines solchen Objektes zu reden. Der Bau wird mit dem Jahr 1930 – dem Jahr des Vytautas des Großen – datiert. Es waren genau 500 Jahre seit dem Tod des Großfürsten vergangen, und Kaunas feierte dieses Jubiläum mit einem Bauboom.

Der Autor des Projektes der Hauptpost – Feliksas Vizbaras, einer der am meisten beschäftigten? Architekten der Zwischenkriegszeit, war nicht der erste, der seine Visionen des künftigen Gebäudes vorgestellt hatte. Ihm wurde aber die Verwirklichung des Projektes anvertraut. Die Kosten für den Bau betrugen ca. 1,5 Millionen Litas und noch eine Viertelmillion wurde für die Inneneinrichtung der Post ausgegeben. Das Interieur des Gebäudes wurde reichlich mit den Werken von Künstlern der Zwischenkriegszeit und Postsymbolen (z. B. Petras Kalpokas zeichnete sogar 103 Briefmarken) dekoriert. Heute bezeichnet man es als eines der wichtigsten Beispiele des Nationalstils. Nationalstil wurde das Gebäude auch von Architekten benannt, obwohl das Objekt auch für einen Vorläufer des Funktionalismus gehalten wird.

Was war an diesem Beispiel der Architektur aus dem Jahr 1932 das modernistische? Fünf Etagen und Keller, Fahrstühle, helle und geräumige Räume, Mitarbeiterduschen, keine unnötigen Details, das sind schon einige Gründe für ein solches Epitheton. Die für Kaunas typische gebogene Fassade der Post wurde einige Jahre später mit einer elektronischen Uhr verschönert und die monumentale Eingangstreppe verlor ihre Aktualität nicht bis in das 21. Jh.

Interessant ist es, dass fast 100 Jahre lang das Gebäude seine Funktion nicht verloren hat. Bei den immer mehr modernisierten Postdienstleistungen, werden nicht mehr alle Etagen des Gebäudes gebraucht. Heute wird oft darüber diskutiert, wie man das historische Gebäude der gegenwärtigen Hauptstadt anpassen und gleichzeitig auch die Dienstleistungen der Post weiter anbieten könnte. Heute, wie auch in der Zwischenkriegszeit, ist für die Stadtbewohner die Hauptpost eines der bedeutendsten und wertvollsten Objekte, in welchem das architektonische Bewusstsein und der Nationalstolz im Einklang sind.

Im Jahr 2015 wurden mit Beschluss der EU-Kommission 44 Objekte modernistischer Architektur der Zwischenkriegszeit in Kaunas mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet, unter ihnen auch die Hauptpost von Kaunas.

Hauptpost

Laisvės Allee 102, Kaunas

Beim Blättern der Kaunasser Presse aus dem 4. Jahrzehnten des 20. Jhs. wird es deutlich, dass der Bau des neuen Postpalastes eine in der Gesellschaft heiß diskutierte Angelegenheit war. Für den Geburtstag eines der bedeutendsten Kaunasser Repräsentationsgebäudes der Zwischenkriegszeit dürfte der 2. Januar 1932 gehalten werden. An diesem Tag wurde es hier mit der Durchführung aller Postoperationen begonnen. Der Umzug der Mitarbeiter und der Einrichtung aus der K. Donelaičio Straße fand schon in den letzten Tagen des Jahres 1931 statt. Die Vorgeschichte des Gebäudes reicht bis in das Jahr 1924 zurück, als es angefangen wurde, über den Bedarf eines solchen Objektes zu reden. Der Bau wird mit dem Jahr 1930 – dem Jahr des Vytautas des Großen – datiert. Es waren genau 500 Jahre seit dem Tod des Großfürsten vergangen, und Kaunas feierte dieses Jubiläum mit einem Bauboom.

Der Autor des Projektes der Hauptpost – Feliksas Vizbaras, einer der am meisten beschäftigten? Architekten der Zwischenkriegszeit, war nicht der erste, der seine Visionen des künftigen Gebäudes vorgestellt hatte. Ihm wurde aber die Verwirklichung des Projektes anvertraut. Die Kosten für den Bau betrugen ca. 1,5 Millionen Litas und noch eine Viertelmillion wurde für die Inneneinrichtung der Post ausgegeben. Das Interieur des Gebäudes wurde reichlich mit den Werken von Künstlern der Zwischenkriegszeit und Postsymbolen (z. B. Petras Kalpokas zeichnete sogar 103 Briefmarken) dekoriert. Heute bezeichnet man es als eines der wichtigsten Beispiele des Nationalstils. Nationalstil wurde das Gebäude auch von Architekten benannt, obwohl das Objekt auch für einen Vorläufer des Funktionalismus gehalten wird.

Was war an diesem Beispiel der Architektur aus dem Jahr 1932 das modernistische? Fünf Etagen und Keller, Fahrstühle, helle und geräumige Räume, Mitarbeiterduschen, keine unnötigen Details, das sind schon einige Gründe für ein solches Epitheton. Die für Kaunas typische gebogene Fassade der Post wurde einige Jahre später mit einer elektronischen Uhr verschönert und die monumentale Eingangstreppe verlor ihre Aktualität nicht bis in das 21. Jh.

Interessant ist es, dass fast 100 Jahre lang das Gebäude seine Funktion nicht verloren hat. Bei den immer mehr modernisierten Postdienstleistungen, werden nicht mehr alle Etagen des Gebäudes gebraucht. Heute wird oft darüber diskutiert, wie man das historische Gebäude der gegenwärtigen Hauptstadt anpassen und gleichzeitig auch die Dienstleistungen der Post weiter anbieten könnte. Heute, wie auch in der Zwischenkriegszeit, ist für die Stadtbewohner die Hauptpost eines der bedeutendsten und wertvollsten Objekte, in welchem das architektonische Bewusstsein und der Nationalstolz im Einklang sind.

Im Jahr 2015 wurden mit Beschluss der EU-Kommission 44 Objekte modernistischer Architektur der Zwischenkriegszeit in Kaunas mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet, unter ihnen auch die Hauptpost von Kaunas.

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