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Stadtverwaltung Kaunas

(ehem. Staatliche Sparkasse)

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Laisvės Allee 96, Kaunas
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Strenge Formen, klar definierte Funktionen – so könnte man kurz das sich in der Laisvės Allee befindende Gebäude der Stadtverwaltung Kaunas beschreiben. Im Jahr 1940, als das für die staatlichen Sparkassen bestimmte Gebäude sich in den letzten Zügen der Bauphase befand, waren diese Ausdrucksformen nicht überwiegend. Im Vergleich zu der, für die Objekte der nationalen Bedeutung üblichen historistischen Tradition, konnten diese Formen schon für frischen Wind gehalten werden. Der Rhythmus der Fassadenvertikalen war die für Kaunas typische Eigenschaft des Modernismus.

Mit diesem Gebäude ist der fast zeitgleich gebaute Palast der Arbeit (lt. Darbo rūmai) vergleichbar, wo heute das Kulturzentrum der Stadt Kaunas Tautos namai (dt. Haus des Volkes) eingerichtet ist. Einer der Ingenieure, Adolfas Lukošaitis, war am Bau beider Gebäude beteiligt. Gemeinsam mit ihm arbeitete an dem Projekt der Sparkasse sein Kollege Bronius Elsbergas. Projektautor war Architekt Arnas Funkas, der im Jahr 1938 die Architekturausschreibung gewonnen hatte. Die Ausschreibung war international, was von der Bedeutsamkeit des Objektes spricht. Im Jahr 1939 gab es eine separate Ausschreibung für das Projekt der Fassadenskulptur, die Bronius Pundzius gewonnen hatte (unter den Arbeiten dieses Bildhauers befindet sich auch die Skulptur Vandens nešėja (dt. die Wasserträgerin) in Žaliakalnis und die Maironis Büste, und… eine der berühmten Skulpturen der Grünen Brücke in Vilnius).

In diesem fünfstöckigen (im Hauptkorpus sogar sechsstöckigen) Gebäude sollten nicht nur Sparkasse, sondern auch das Handels- und Statistikdepartement und andere Institutionen untergebracht werden, deren Mitarbeiter sollten aus den schmalen, hohen Fenstern auf die Laisvės Allee schauen können. Die Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Abteilungen, die durch schmale und labyrinthartige Korridore miteinander verbunden waren, sollte durch die pneumatische Post erleichtert werden.

Es wurde nicht geschafft, das Gebäude bis zur im Sommer 1940 stattgefundenen sowjetischen Okkupation einzurichten, später wurde seine Funktion geändert. Hier sind das Exekutivkomitee der Stadt Kaunas und das Komitee der Kommunistischen Partei eingezogen. Das Erdgeschoss wurde nach der Unabhängigkeitserklärung rekonstruiert, nachdem hier die Stadtverwaltung Kaunas eingezogen war. Hier gibt es trotz allem Einiges zu sehen, obwohl nur wenige originale Ideen erhalten geblieben sind. Zum Betreten des Gebäudes lädt die Drehtür ein und im Gebäude sieht man einige nationale Elemente der Inneneinrichtung, die der Okkupation getrotzt haben. Im Großen Saal sieht man die einzigartige verglaste Decke und ein Art Déco Grafikbeispiel.

Im Jahr 2015 wurden mit Beschluss der EU-Kommission 44 Objekte modernistischer Architektur der Zwischenkriegszeit in Kaunas mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet, unter ihnen auch das Gebäude der Stadtverwaltung Kaunas.

Stadtverwaltung Kaunas

(ehem. Staatliche Sparkasse)

Laisvės Allee 96, Kaunas

Strenge Formen, klar definierte Funktionen – so könnte man kurz das sich in der Laisvės Allee befindende Gebäude der Stadtverwaltung Kaunas beschreiben. Im Jahr 1940, als das für die staatlichen Sparkassen bestimmte Gebäude sich in den letzten Zügen der Bauphase befand, waren diese Ausdrucksformen nicht überwiegend. Im Vergleich zu der, für die Objekte der nationalen Bedeutung üblichen historistischen Tradition, konnten diese Formen schon für frischen Wind gehalten werden. Der Rhythmus der Fassadenvertikalen war die für Kaunas typische Eigenschaft des Modernismus.

Mit diesem Gebäude ist der fast zeitgleich gebaute Palast der Arbeit (lt. Darbo rūmai) vergleichbar, wo heute das Kulturzentrum der Stadt Kaunas Tautos namai (dt. Haus des Volkes) eingerichtet ist. Einer der Ingenieure, Adolfas Lukošaitis, war am Bau beider Gebäude beteiligt. Gemeinsam mit ihm arbeitete an dem Projekt der Sparkasse sein Kollege Bronius Elsbergas. Projektautor war Architekt Arnas Funkas, der im Jahr 1938 die Architekturausschreibung gewonnen hatte. Die Ausschreibung war international, was von der Bedeutsamkeit des Objektes spricht. Im Jahr 1939 gab es eine separate Ausschreibung für das Projekt der Fassadenskulptur, die Bronius Pundzius gewonnen hatte (unter den Arbeiten dieses Bildhauers befindet sich auch die Skulptur Vandens nešėja (dt. die Wasserträgerin) in Žaliakalnis und die Maironis Büste, und… eine der berühmten Skulpturen der Grünen Brücke in Vilnius).

In diesem fünfstöckigen (im Hauptkorpus sogar sechsstöckigen) Gebäude sollten nicht nur Sparkasse, sondern auch das Handels- und Statistikdepartement und andere Institutionen untergebracht werden, deren Mitarbeiter sollten aus den schmalen, hohen Fenstern auf die Laisvės Allee schauen können. Die Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Abteilungen, die durch schmale und labyrinthartige Korridore miteinander verbunden waren, sollte durch die pneumatische Post erleichtert werden.

Es wurde nicht geschafft, das Gebäude bis zur im Sommer 1940 stattgefundenen sowjetischen Okkupation einzurichten, später wurde seine Funktion geändert. Hier sind das Exekutivkomitee der Stadt Kaunas und das Komitee der Kommunistischen Partei eingezogen. Das Erdgeschoss wurde nach der Unabhängigkeitserklärung rekonstruiert, nachdem hier die Stadtverwaltung Kaunas eingezogen war. Hier gibt es trotz allem Einiges zu sehen, obwohl nur wenige originale Ideen erhalten geblieben sind. Zum Betreten des Gebäudes lädt die Drehtür ein und im Gebäude sieht man einige nationale Elemente der Inneneinrichtung, die der Okkupation getrotzt haben. Im Großen Saal sieht man die einzigartige verglaste Decke und ein Art Déco Grafikbeispiel.

Im Jahr 2015 wurden mit Beschluss der EU-Kommission 44 Objekte modernistischer Architektur der Zwischenkriegszeit in Kaunas mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet, unter ihnen auch das Gebäude der Stadtverwaltung Kaunas.

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