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Villa Vaidilutė

(heute das Exil- und Widerstandsmuseum)

11°C
J. Basanavičiaus Str. 21, Palanga
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Palanga ist eine der ältesten Ortschaften in Litauen, die schon im Jahr 1161 in schriftlichen Quellen erwähnt wird. In den 15.-17. Jahrhunderten war es der wichtigste litauische Hafen. Seit dem Jahr 1819 bis zum Ersten Weltkrieg, gehörten Palanga und zahlreiche Ortschaften in der Umgebung dem Kurland Gouvernement, und bis zum Jahr 1921 – Lettland. Die Verwandlung von einer Hafenstadt zu einem Kurort wurde intensiver im Jahr 1824, als Oberst der kaiserlichen Armee, Graf Mykolas Tiškevičius zum Eigentümer von Palanga wurde. Die Straßen Vytauto, S. Dariaus und S. Girėno, J. Basanavičiaus wurden zum Zentrum der neuen Stadt. Die J. Basanavičiaus Straße wurde zu der Hauptallee. Die neue Architektur des Kurortes (offiziell wurde der Titel im Jahr 1909 erteilt), die überwiegend aus Holz gestaltet wurde, fügte sich harmonisch in die Natur der Küste. Diese Tendenz wurde auch in der Zwischenkriegszeit fortgesetzt. Die bis in die Gegenwart erhalten gebliebenen Holzvillen des Kurortes werden heute für unterschiedlichste Bedürfnisse angepasst. Das ist die Geschichte eines solcher Gebäude.

In der J. Basanavičiaus Straße, dem wichtigsten Touristenstrom Palangas, zwischen den, russische Musik aussprudelnden Bars, treibt ein eigenartiges Häuschen. Das ist das Exil- und Widerstandsmuseum, das im Zentrum des Kurortes einem, irrtümlich in den Weg der Hochgeschwindigkeitsboote geratenen, Ruderboot gleicht, – so berichtete aus dem Kurort im Jahr 2015 Journalist Dovydas Pancerovas. Das von ihm erwähnte Ruderboot, ist die besonders kleine, sogar mit dem Spitznamen Kleinwüchsig bezeichnete Holzvilla Vaidilutė (dt. Waidelotte – Bezeichnung einer Priesterkaste in der preußischen Religion).

Vaidilutė ist auf dem Grundstück einer viel größeren Villa des 19. Jh. Dievaitis (dt. Gottheit), die nicht erhalten werden konnte, gebaut worden. Es ist bekannt, dass das Grundstück nach dem Ersten Weltkrieg von den Grafen Tiškevičiai der Geistliche Liudvikas Kasperavičius gekauft und seiner Schwester Bronislava Zabulionienė überschrieben hatte. Das genaue Datum der Fertigstellung der Villa ist nicht bekannt, aber es wird vermutet, dass es um das Jahr 1936 gewesen sein musste, da im Jahr 1937 findet man die Villa schon im Stadtplan.

Die kleine, rechteckige Villa ist mit für diese Zeit typischen durchbrochenen Schnitzereien verziert, besondere Aufmerksamkeit fällt auf den Balkon und die Veranda. Übrigens, die für die Gebäude dieser Art in Litauen nicht typischen Verandabögen haben sogar orientalische Merkmale. Die Holzvilla wurde qualitativ restauriert, die einzige Nichtübereinstimmung – beim Austauschen der Fenster, wurde ihre, für die Zwischenkriegszeit charakteristische, Aufteilung nicht eingehalten.

Die kleine Vaidilutė wurde von den Sowjets nationalisiert. Das Exil- und Widerstandmuseum wurde in der Villa im Jahr 1993 eingerichtet, hier wird viel Aufmerksamkeit dem Anführer der Widerstandsbewegung, General Jonas Žemaitis gewidmet, der in Palanga geboren war, hier lebte und auch Ehrenbürger der Stadt war. Im Jahr 2014 wurde diesem Gebäude ein Status eines unbeweglichen Kulturwertes erteilt.

Villa Vaidilutė

(heute das Exil- und Widerstandsmuseum)

J. Basanavičiaus Str. 21, Palanga

Palanga ist eine der ältesten Ortschaften in Litauen, die schon im Jahr 1161 in schriftlichen Quellen erwähnt wird. In den 15.-17. Jahrhunderten war es der wichtigste litauische Hafen. Seit dem Jahr 1819 bis zum Ersten Weltkrieg, gehörten Palanga und zahlreiche Ortschaften in der Umgebung dem Kurland Gouvernement, und bis zum Jahr 1921 – Lettland. Die Verwandlung von einer Hafenstadt zu einem Kurort wurde intensiver im Jahr 1824, als Oberst der kaiserlichen Armee, Graf Mykolas Tiškevičius zum Eigentümer von Palanga wurde. Die Straßen Vytauto, S. Dariaus und S. Girėno, J. Basanavičiaus wurden zum Zentrum der neuen Stadt. Die J. Basanavičiaus Straße wurde zu der Hauptallee. Die neue Architektur des Kurortes (offiziell wurde der Titel im Jahr 1909 erteilt), die überwiegend aus Holz gestaltet wurde, fügte sich harmonisch in die Natur der Küste. Diese Tendenz wurde auch in der Zwischenkriegszeit fortgesetzt. Die bis in die Gegenwart erhalten gebliebenen Holzvillen des Kurortes werden heute für unterschiedlichste Bedürfnisse angepasst. Das ist die Geschichte eines solcher Gebäude.

In der J. Basanavičiaus Straße, dem wichtigsten Touristenstrom Palangas, zwischen den, russische Musik aussprudelnden Bars, treibt ein eigenartiges Häuschen. Das ist das Exil- und Widerstandsmuseum, das im Zentrum des Kurortes einem, irrtümlich in den Weg der Hochgeschwindigkeitsboote geratenen, Ruderboot gleicht, – so berichtete aus dem Kurort im Jahr 2015 Journalist Dovydas Pancerovas. Das von ihm erwähnte Ruderboot, ist die besonders kleine, sogar mit dem Spitznamen Kleinwüchsig bezeichnete Holzvilla Vaidilutė (dt. Waidelotte – Bezeichnung einer Priesterkaste in der preußischen Religion).

Vaidilutė ist auf dem Grundstück einer viel größeren Villa des 19. Jh. Dievaitis (dt. Gottheit), die nicht erhalten werden konnte, gebaut worden. Es ist bekannt, dass das Grundstück nach dem Ersten Weltkrieg von den Grafen Tiškevičiai der Geistliche Liudvikas Kasperavičius gekauft und seiner Schwester Bronislava Zabulionienė überschrieben hatte. Das genaue Datum der Fertigstellung der Villa ist nicht bekannt, aber es wird vermutet, dass es um das Jahr 1936 gewesen sein musste, da im Jahr 1937 findet man die Villa schon im Stadtplan.

Die kleine, rechteckige Villa ist mit für diese Zeit typischen durchbrochenen Schnitzereien verziert, besondere Aufmerksamkeit fällt auf den Balkon und die Veranda. Übrigens, die für die Gebäude dieser Art in Litauen nicht typischen Verandabögen haben sogar orientalische Merkmale. Die Holzvilla wurde qualitativ restauriert, die einzige Nichtübereinstimmung – beim Austauschen der Fenster, wurde ihre, für die Zwischenkriegszeit charakteristische, Aufteilung nicht eingehalten.

Die kleine Vaidilutė wurde von den Sowjets nationalisiert. Das Exil- und Widerstandmuseum wurde in der Villa im Jahr 1993 eingerichtet, hier wird viel Aufmerksamkeit dem Anführer der Widerstandsbewegung, General Jonas Žemaitis gewidmet, der in Palanga geboren war, hier lebte und auch Ehrenbürger der Stadt war. Im Jahr 2014 wurde diesem Gebäude ein Status eines unbeweglichen Kulturwertes erteilt.

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